Das Streben der digitalen Welt nach analogen Erfahrungen

Krieg der Megapixel, Game of Bits oder Fast and Resolution: 8K. Wir könnten ewig so weitermachen, müssten wir der Digitalisierung innerhalb der Filmindustrie einen eigenen Titel verpassen. Vom Kamerahersteller bis hin zur Unterhaltungsindustrie, alle scheinen dem Eifer verfallen, das perfekte Bild erschaffen zu wollen. Doch aller digitaler Bemühungen zum Trotz, legt der Analogfilm noch immer die Standards in Sachen Bildlook fest.

Der analoge Film ermöglicht einen Nuancen- und Farbenreichtum, welcher selbst mit modernster Technik nicht erreicht werden kann. Grund ist eine Paste aus lichtempfindlichen Silbersalzen, welche auf Zelluloid aufgetragen wird und es schafft, rund 16 Megapixel Auflösung abzubilden. Dabei werden natürliche Farben und eine Farbbrillianz produziert, die durch digitale Methoden bisher unerreicht bleibt. Gemeinsam mit einem natürlichen Bildrauschen und leichter Unschärfe entsteht ein harmonisch-organisches Bild mit dem typischen Filmlook.

Es ist vor allem die junge Generation die sich immer mehr nach dem haptischen, dem echten Erlebnis sehnt und die analoge Fotografie boomen lässt. Ist das alles somit nicht doch wieder irgendein Retro-Trend?

Alles nur irrationaler Nostalgie-Trend?

Sowohl im Film- als auch im Fotografie-Bereich werden in der Werbung, aber auch im Privatleben, bewegende Momente immer häufiger analog festgehalten. Dies hat emotionalen und kreativen Hintergrund. Auch moderne, scharfe Optiken und Kamerasysteme lassen sich mit Filmmaterial kombinieren, um den aktuellen Standards zu entsprechen, jedoch den Charme des Mediums nicht zu verlieren. Gerade der 16 mm-Film erlebt ein Revival in der Werbe- und Musikvideobranche. Ursache hierfür ist eine neue Generation von Filmemachern, die den Weg zurück zum Ursprung des Mediums suchen und visuell aus einer digitalen Homogenität ausbrechen möchten:
Der Analogfilm wird zum Stilmittel.
Dabei bleibt er vor allem eines:  Bezahlbar – 3 Minuten Analogfilm kosten nur knapp über 100 € (inklusive Entwicklung und Scan) im Einkauf und nehmen somit einen verschwindend geringen Anteil in den Gesamtkosten einer Produktion ein. Er besitzt eine ausreichende Auflösung und vor allem den unverkennbaren, nostalgisch angehauchten Look von Filmen wie Fruitvale Station, The Hurt Locker, Jackie und Moonrise Kingdom. Hinzukommen die Fehler, die wir gelernt haben zu lieben und die immer stärker gewünscht als vermieden werden: Grain (Bildrauschen), Unschärfe, Staub und Kratzer.
Für den Werbetreibenden bietet der Analogfilm-Look die Möglichkeit, die Greifbarkeit und „Haptik“ seiner Marke neu zu entdecken und authentisch darzustellen. Gerade im Modebereich und auch bei Unternehmen, die ihren Ursprung in analogen Bildern haben, wie etwa das Playboy-Magazin, besinnen sich Marketingabteilungen zurück auf ihre Ursprünge und die Chance einer Differenzierung.
Die Kunst der Filmproduktionen, Fotografen und Bildgestaltern, wie auch wir es sind, ist es, auch Zeitaltern der totalen Digitalisierung den perfekten Filmlook zu erschaffen. Unsere Werkzeuge sind dabei das Setdesign, die Lichtgestaltung, die Auswahl von bester Kameratechnik, passende Objektive und das richtige Colorgrading in der Postproduktion. Werden all diese Bereiche in ihrer höchsten Form vereint, so entsteht der wahrnehmbare Unterschied, den man unter dem Adjektiv „filmisch“ zusammenfassen kann.

Alles nur Technik?

Aber warum auf Film drehen und fotografieren, wenn es doch so wirkt, als könnte man dessen Charakter in der Postproduktion nachahmen? Neben den letzten zehn Prozent, die digital nicht erreicht werden können, hat der Workflow, den das Medium mit sich bringt, einen wahrnehmbaren Einfluss auf die Arbeit am Set.
Kein Bild wird „verschossen“, jedes Frame ist wertvoll, das spürt man als Kameramann, Fotograf, Schauspieler und Regisseur. Einen Take macht man nicht mal eben noch fünf Mal. Der Fokus ist allgegenwärtig! Das Medium Film verlangt der Crew eine Hingabe ab, die sonst nur schwer erreicht werden kann. Jedes Set und jede Einstellung müssen vorbereitet und geplant sein.

Vielleicht ist aber auch das eine Reaktion auf die Unmengen an Daten und unseren Alltag in einer zunehmend digitalen audiovisuellen Welt, die mit jedem weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung nur noch bemühter ist, ihren analogen Vorbildern in nichts mehr nachzustehen und noch realistischer zu werden.

Unserer Ansicht nach ist dies jedoch ein Kampf, den es sich zu führen nicht lohnt. Wir haben Zugriff auf das Beste aus beiden Welten und glauben daran, dass gerade deren Kombination die Möglichkeiten erhöht, kreativ zu werden und bewusst Widersprüche zu schaffen. In dem Moment, in dem wir beginnen, digitale Bilder nicht als Weiterentwicklung von Celluloid zu sehen und Celluloid nicht als fehlerbehaftetes, veraltetes Medium, lösen wir uns von der Verpflichtung, die beiden Medien analog zu verwenden und können ihre Stärken und Schwächen gezielt und individuell für jedes Projekt ausspielen.

Neugierig geworden? Wir beraten Dich gerne hinsichtlich der passenden Form für Deinen Werbeauftritt ganz getreu dem Motto: We frame your Story (analog wie digital).